Teaching

Was versprechen Parteien? Wissenschaftliche Analysen von Parteiprogrammen.

Winter 2017/18 and Summer 2018, Universität Duisburg-Essen, Institut für Politikwissenschaft

Parteiprogramme (Manifestos) scheinen aus der Zeit gefallen: seitenlang und unverständlich, kaum jemand liest sie. Dennoch sind sie für die Politikwissenschaft wichtige Dokumente, da sie einige Einsicht in die Parteienlandschaft bieten. Hier sprechen Parteien Wählergruppen an, machen Versprechen und betonen die Unterschiede zu anderen Parteien. Die Texte sind das Ergebnis parteiinterner Auseinandersetzungen und geben Hinweise auf innerparteiliche Machtverhältnisse. In der Forschung gibt es verschiedene qualitative und quantitative Varianten, Parteiprogramme zu analysieren.  In der Übung werden theoretische Grundlagen und empirische Ansätze der Manifesto-Forschung diskutiert. Abschluss des Moduls ist eine eigene Forschungsarbeit, in der einer der empirischen Ansätze auf andere Daten übertragen wird. Ziel der Lehrveranstaltung (über zwei Semester) ist es, einen Forschungsprozess vom Finden der Fragestellung bis zum Abfassen einer schriftlichen Arbeit zu durchlaufen. Die Übung umfassst die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema Manifestos, deren die empirische Bearbeitung, und methodisches Training zum wissenschaftlichen Arbeiten (Recherchieren, Lesen und Zusammenfassen, Präsentieren, Schreiben).

Wer macht was und warum? Politische Beteiligung in der Demokratie.

Winter 2013/2014 und Summer 2014, Universität Duisburg-Essen, Institut für Politikwissenschaft

Politische Partizipation gilt als Grundlage liberaler Demokratien. Seit Jahrzehnten setzt sich die Politikwissenschaft mit der Frage auseinander, warum einige Bürgerinnen und Bürger politisch aktiv werden und andere nicht. Dabei ist im Verlauf der vergangenen dreißig Jahre eine  eindeutige Entwicklung zu beobachten: Organisationen wie Parteien und Gewerkschaften verlieren nach und nach ihre Mitglieder, monothematische Organisationen und Gruppen sind auf dem Vormarsch. Besonders junge Menschen sind in den vergangenen  Jahren in den Fokus der Forschung gerückt. Obwohl sie Interesse an politischen Themen zeigen, ziehen sie sich aus den  traditionellen politischen Organisationen zurück. Gleichzeitig finden sie neue Formen der politischen  Beteiligung , vor allem durch neue Medien und kurzfristiges Engagement für einzelne Themen. Vor diesem Hintergrund setzen wir uns in dem Seminar mit den Hintergründen politischer Partizipation junger Menschen auseinander. Im Seminar steht die eigenständige Forschungspraxis im Vordergrund. Der Feldzugang findet durch qualitative Interviews statt, die die Teilnehmer im  Seminar vorbereiten sowie anschließend eigenständig durchführen und auswerten. Ausgehend von den Interviews werden die methodischen Grundlagen der qualitativen Inhaltsanalyse erlernt und praktisch geprobt und Aspekte der theoretischen Fundierung von Partizipationsforschung diskutiert.

Organisationsgesellschaft: Arbeitsorganisationen und Unternehmensmitbestimmung

Winter 2012/2013, RWTH Aachen University, Institut für Soziologie, mit Daniel Houben

Gewerkschaften und Arbeitgeberorganisationen spielen eine wichtige Rolle für den sozialen Frieden und den Interessenausgleich zwischen Arbeitnehmer/innen und Arbeitgeber/innen im liberalen Korporatismus westeuropäischer Prägung. Gleichzeitig sind die Organisationen selber verschiedenen Einflüssen und Logiken ausgesetzt: Anforderungen von Mitgliedern, Diskussion in der Öffentlichkeit und Organisationslogiken beeinflussen die Strategien und Aktivitäten. Im Seminar setzen wir uns mit den Wirkmechanismen des Korporatismus und den Organisationslogiken auf die beteiligten Akteure auseinander.

Weitere Informationen und Materialien: Campus RWTH Aachen University.